Momen­tan ist es wahr­schein­lich DAS Gra­fik­tool der Free­lan­cer: Can­va. Die aus­tra­li­sche Gra­fik­de­sign-Platt­form ermög­licht es, schnell und ein­fach schö­ne Lay­outs zu erstel­len. Wie das geht? Mit hun­der­ten Vor­la­gen und Design-Ele­men­ten, die per Drag & Drop ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Doch darf man die dort erstel­len Gra­fi­ken und Designs ein­fach so an Kun­den ver­kau­fen? Aus recht­li­cher Sicht muss dabei eini­ges beach­tet werden.

Berech­ti­gung zum Ver­kauf durch Canva

Bevor man Can­va Tem­pla­tes oder Designs zum Ver­kauf anbie­tet, soll­te man che­cken, ob man dazu berech­tigt ist. Ent­schei­dend dafür ist zunächst die Ver­ein­ba­rung, die man als Nut­zer mit Can­va durch Regis­trie­rung eines Accounts abschließt. Die Can­va Nut­zungs­be­din­gun­gen (https://about.canva.com/de_de/nutzungsbedingungen/) gel­ten in der z.Zt. gel­ten­den eng­li­schen Fas­sung (https://about.canva.com/terms-of-use/).

In den Nut­zungs­be­din­gun­gen von Can­va wird der Ver­trieb von Inhal­ten des Can­va Ser­vice grund­sätz­lich nicht erlaubt. Jedoch ist Can­va nicht nur eine Online Design Platt­form, son­dern auch ein sog. Medi­en-Lizenz­ser­vice. Des­halb kön­nen Inhal­te, die mit User Con­tent auf Can­va erstellt wer­den, über den Can­va Ser­vice (“Kli­cke hier”, “Vor­la­ge tei­len”) ver­kauft wer­den, wenn und soweit eine ent­spre­chen­de Lizenz durch Can­va erwor­ben wor­den ist. Can­va bie­tet dem Nut­zer dafür ver­schie­de­ne Lizen­zen an, die unter https://about.canva.com/license-agreements/ abruf­bar sind.

Ver­kauf von Can­va Tem­pla­tes nur mit “Exten­ded License”

Ent­spre­chend der Nut­zungs­be­din­gun­gen wird klar, dass ein Ver­kauf von Tem­pla­tes nur unter den Bedin­gun­gen der sog. “Exten­ded Licence” erlaubt ist. Tem­pla­tes für Drit­te bzw. für ein Netz­werk zum Wei­ter­ver­kauf sind grund­sätz­lich nicht in der Free Media Licen­se ent­hal­ten, die der Stan­dard Account der meis­ten Nut­zer ist, weil er nichts kos­tet. Wer­den unter einer sog. Can­va Free Media Licence ent­gelt­lich Inhal­te des Can­va Ser­vice ange­bo­ten, dann liegt dar­in ein Ver­trags­ver­stoß und zugleich eine Rechts­ver­let­zung. Mög­li­che Fol­gen sind Abmah­nung, Unter­las­sung und Scha­dens­er­satz von meh­re­ren tau­send Euro. Das Risi­ko besteht durch­aus, auch wenn vie­le Nut­zer glau­ben, Canva.com sei weit weg vom Gesche­hen. Eine Abmah­nung kann auch noch nach vie­len Jah­ren erfol­gen, denn es kommt nicht auf den Zeit­punkt der Ver­mark­tung der Tem­pla­tes an, son­dern auf den Zeit­punkt, an dem Can­va davon Kennt­nis erlan­gen wird. Jede Akti­on hin­ter­lässt auch digi­ta­le Spu­ren im Netz, die noch über Jah­re hin­weg nach­ver­folg­bar sind.

Zu beach­ten ist wei­ter, dass es sich beim Design­ent­wurf um ori­gi­nä­res Design des Nut­zers han­deln muss, dass mit gemein­frei­en Gra­fi­ken, Fotos oder Bil­dern gestal­tet wor­den ist (kei­ne Nut­zung von urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Mate­ria­li­en) und eine (kos­ten­pflich­ti­ge) Lizenz zum Vertrieb/Weiterverkauf von Canva.com erwor­ben wor­den ist. Canva.com stellt hier­für dann auch das Online Tool zum Abruf zwecks (Wei­ter-) Ver­kaufs zur Ver­fü­gung https://support.canva.com/legal/terms-of-use/selling-canva-templates/

Wich­tig ist auch zu wis­sen, dass der Ver­kauf je Tem­pla­te Design jeder­zeit men­gen­mä­ßig von Can­va beschränkt wer­den kann (z.B. 25 Stück pro Tag/pro Design). Auch eine Über­schrei­tung der z.Zt. gel­ten­den men­gen­mä­ßi­gen Beschrän­kung führt daher zu einer Rechts­ver­let­zung, die zu einer teu­ren Abmah­nung von eini­gen Tau­send Euro, ver­an­lasst durch den Rech­te­inha­ber, füh­ren kann.