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Onlinedesign erstellen und verkaufen?

Onlinedesign erstellen und verkaufen?

Nathalie Salibian-Waltz (SW2Legal)

Nathalie Salibian-Waltz

Anwältin, Autorin & Bloggerin

Momentan ist es wahrscheinlich DAS Grafiktool der Freelancer: Canva. Die australische Grafikdesign-Plattform ermöglicht es, schnell und einfach schöne Layouts zu erstellen. Wie das geht? Mit hunderten Vorlagen und Design-Elementen, die per Drag & Drop eingesetzt werden können. Doch darf man die dort erstellen Grafiken und Designs einfach so an Kunden verkaufen? Aus rechtlicher Sicht muss dabei einiges beachtet werden.

Content-Design mit Canva 

Bevor man Canva Templates oder Designs, die man auf Canva erstellt hat, zum Verkauf anbietet, sollte man checken, ob man dazu berechtigt ist. Entscheidend dafür ist zunächst die Vereinbarung, die man als Nutzer mit Canva durch Registrierung eines Accounts abschließt. Die Canva Nutzungsbedingungen gelten in der z.Zt. geltenden englischen Fassung In den Nutzungsbedingungen von Canva wird der Vertrieb von Inhalten des Canva Service grundsätzlich nicht erlaubt. Jedoch ist Canva nicht nur eine Online Design Plattform, sondern auch ein sog. Medien-Lizenzservice. Deshalb können Inhalte, die mit User Content auf Canva erstellt werden, über den Canva Service (“Klicke hier”, “Vorlage teilen”) verkauft werden, wenn und soweit eine entsprechende Lizenz durch Canva erworben worden ist. Canva bietet dem Nutzer dafür verschiedene Lizenzen an, die unter abrufbar sind.

Lizenzen auf Canva

Entsprechend der Nutzungsbedingungen wird klar, dass ein Verkauf von Templates nur unter den Bedingungen der sog. “Extended Licence” erlaubt ist. Templates für Dritte bzw. für ein Netzwerk zum Weiterverkauf sind grundsätzlich nicht in der Free Media License enthalten, die der Standard Account der meisten Nutzer ist, weil er nichts kostet. Werden unter einer sog. Canva Free Media Licence entgeltlich Inhalte des Canva Service angeboten, dann liegt darin ein Vertragsverstoß und zugleich eine Rechtsverletzung. Mögliche Folgen sind Abmahnung, Unterlassung und Schadensersatz von mehreren tausend Euro. Das Risiko besteht durchaus, auch wenn viele Nutzer glauben, Canva.com sei weit weg vom Geschehen. Eine Abmahnung kann auch noch nach vielen Jahren erfolgen, denn es kommt nicht auf den Zeitpunkt der Vermarktung der Templates an, sondern auf den Zeitpunkt, an dem Canva davon Kenntnis erlangen wird. Jede Aktion hinterlässt auch digitale Spuren im Netz, die noch über Jahre hinweg nachverfolgbar sind.

Zu beachten ist weiter, dass es sich beim Designentwurf um originäres Design des Nutzers handeln muss, dass mit lizensierten Grafiken, Fotos oder Bildern gestaltet worden ist (keine Nutzung von urheberrechtlich geschützten Materialien) und eine (kostenpflichtige) Lizenz zum Vertrieb/Weiterverkauf von Canva.com erworben worden ist. Wichtig ist auch zu wissen, dass der Verkauf je Template Design jederzeit mengenmäßig von Canva beschränkt werden kann (z.B. 25 Stück pro Tag/pro Design). Auch eine Überschreitung der z.Zt. geltenden mengenmäßigen Beschränkung führt daher zu einer Rechtsverletzung, die zu einer teuren Abmahnung von einigen Tausend Euro, veranlasst durch den Rechteinhaber, führen kann.

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