Wenn Du für eine bereits erbrach­te Dienst­leis­tung oder eine gelie­fer­te Ware nicht bezahlt wirst, ver­spro­che­ne Zah­lungs­ter­mi­ne ver­stri­chen sind und der Schuld­ner auf dei­ne Mah­nun­gen nicht reagiert, spä­tes­tens dann stellt sich für Selbst­stän­di­ge die Fra­ge, wie und ob ihre aus­ste­hen­den For­de­run­gen noch begli­chen wer­den. Erfah­re hier, was Du beim Inkas­so beach­ten soll­test und wel­che Erfolgs­aus­sich­ten bestehen.

Wie ist die Zahlungsmoral des Kunden?
Hat der Kun­de bis­her jede zwei­te Rech­nung zwar nicht bei Fäl­lig­keit sofort, aber bin­nen kur­zer Frist nach Fäl­lig­keit ohne Mah­nung bezahlt, dann ist es zunächst rat­sam die Geld­for­de­rung anzu­mah­nen. Auch kann ein­fa­cher Kon­takt zur Geschäfts­füh­rung oder Buch­hal­tung des Kun­den hilf­reich sein, um die Fron­ten zu klä­ren und die Zah­lungs­an­wei­sung aus­zu­füh­ren. Daher emp­feh­le ich immer zuerst selbst noch­mals den Kon­takt per Tele­fon oder E‑Mail direkt zum Kun­den auf­zu­neh­men, falls die geschäft­li­che Bezie­hung das erlaubt. Du kannst dich im Zwei­fel vor­ab über dei­nen recht­li­chen Optio­nen bera­ten las­sen, um im Ernst­fall dann schon hand­lungs­be­reit zu sein. Im digi­ta­len Zeit­al­ter ist auch Kun­den­zu­frie­den­heit und Feed­back ein nicht unbe­deu­ten­der Fak­tor, ins­be­son­de­re wenn gegen die der For­de­rung zugrun­de lie­gen­den Dienst­leis­tun­gen oder Lie­fe­run­gen Gegen­for­de­run­gen des Kun­den bestehen (könn­ten). Im Zuge der markt­wirt­schaft­li­chen Bedeu­tung von öffent­li­chen Kun­den­be­wer­tun­gen für Pro­duk­te und/oder Dienst­leis­tun­gen auf Platt­for­men wie Goog­le, Face­book und Co. kann eine so (unbe­rech­tigt) ange­mahn­te oder gar ein­ge­trie­be­ne For­de­rung zu Nega­tiv­be­wer­tun­gen füh­ren, deren Bedeu­tung im Inter­net dann für das Unter­neh­men nicht uner­heb­lich ist.
 
Hilft ein Anwaltsinkasso?

Wenn dei­ne For­de­rung ande­rer­seits berech­tigt ist und die ver­stän­di­gen­den Mög­lich­kei­ten aus­ge­schöpft sind, weil dein Kun­de z. B. dei­ne Zah­lungs­auf­for­de­run­gen ein­fach igno­riert oder nur lee­re Ver­spre­chun­gen macht, kann anwalt­li­che Hil­fe gebo­ten sein, denn eine Zah­lungs­auf­for­de­rung einer Anwäl­tin hat Wir­kung. Ver­streicht die von der Rechts­an­wäl­tin gesetz­te Frist, muss der Schuld­ner mit einer Kla­ge rech­nen und es ent­ste­hen wei­te­re Kos­ten. Der Umweg über ein Inkas­so­un­ter­neh­men ergibt, von eini­gen Aus­nah­men abge­se­hen (meist abge­schrie­be­ne For­de­run­gen oder Fac­to­ring) wenig Sinn. Beim Anwalt­sin­kas­so beauf­tragst Du hin­ge­gen direkt die Rechts­an­wäl­tin, die dei­ne For­de­rung auch gericht­lich gel­tend machen kann. Die gericht­li­che Gel­tend­ma­chung wird von Inkas­sofir­men näm­lich nicht über­nom­men. Das Inkas­so von Inkas­so­un­ter­neh­men endet mit der not­wen­di­gen Ein­lei­tung gericht­li­cher Schrit­te.

Der gericht­li­chen Gel­tend­ma­chung soll­te immer eine Rechts­be­ra­tung mit der Rechts­an­wäl­tin vor­aus­ge­hen, um das Pro­zess­kos­ten­ri­si­ko abzu­wä­gen, ins­be­son­de­re wenn es sich um nied­rig aus­ste­hen­de Beträ­ge oder For­de­run­gen han­delt oder um strit­ti­ge Zah­lungs­be­trä­ge. Denn eine gericht­li­che Gel­tend­ma­chung der For­de­rung ver­ur­sacht Kos­ten und Gebüh­ren und die­se sind gegen die Erfolgs­aus­sich­ten einer Kla­ge abzu­wä­gen. Die durch das Anwalt­sin­kas­so fäl­lig wer­den­den Rechts­an­walts­ge­büh­ren sowie fäl­li­ge Gerichts­ge­büh­ren wer­den grund­sätz­lich nicht sofort von dem im Zah­lungs­ver­zug befind­li­chen Schuld­ner, son­dern sind zunächst vom Klä­ger (Selbst­stän­di­gen) zu bezah­len. Die geg­ne­ri­sche Par­tei, ein Ver­fah­rens­be­tei­lig­ter oder die Staats­kas­se muss im Fal­le der Kos­ten­er­stat­tung regel­mä­ßig maxi­mal die gesetz­li­che Ver­gü­tung erstat­ten. Es kann auch pas­sie­ren, dass man auf den Kos­ten sit­zen bleibt, z.B. wenn der Schuld­ner zah­lungs­un­fä­hig wird.

Dass der Schuld­ner bei Zah­lungs­ver­zug die Kos­ten zu tra­gen hat, gilt aller­dings nicht für For­de­run­gen aus dem Bereich des Arbeits­rechts: Im Arbeits­recht muss unab­hän­gig des Ver­zugs bzw. der Berech­ti­gung der For­de­rung oder des Aus­gangs des Ver­fah­rens jeder sei­ne eige­nen Anwalts­kos­ten selbst bezah­len.

In Zah­lungs­ver­zug kommt der Schuld­ner nicht auto­ma­tisch, son­dern wird erst mit der Mah­nung in Ver­zug gesetzt. Die Rechts­an­wäl­tin mahnt den Schuld­ner zur Zah­lung an.

Ein gutes For­de­rungs­ma­nage­ment ist Teil des geschäft­li­chen Rechts­ver­kehrs. Aus­ste­hen­de und berech­tig­te For­de­run­gen müs­sen abge­mahnt und ggf. ein­ge­trie­ben wer­den, damit Du und dein Busi­ness liqui­de bleibst und nicht am Ende durch den Zah­lungs­ver­zug dei­ner Kun­den selbst in die Schief­la­ge gerätst.

 

Sie inter­es­sie­ren sich dafür? Alles, was Sie zunächst tun müs­sen, ist mit uns in Kon­takt tre­ten.