Die Bun­des­re­gie­rung hat am 3.2.2021 die euro­päi­sche Reform zum Urhe­ber­recht (u.a. Upload­fil­ter) in einem Geset­zes­ent­wurf gere­gelt. Bis­her gab es vie­le Abmah­nun­gen, da Nut­zer Vide­os ille­gal hoch­ge­la­den und damit die Rech­te der Urhe­ber ver­letz­ten. Was sich ab jetzt für die Nut­zer von Social Media ändert, erfahrt ihr hier.

War­um soll das Urhe­ber­recht über­haupt refor­miert werden?

Vie­le Nut­zer haben Vide­os ille­gal hoch­ge­la­den und damit die Rech­te der Urhe­ber ver­letzt und wur­den dafür rei­hen­wei­se abge­mahnt. Im Kern ver­teilt die EU-Reform die Ver­ant­wort­lich­keit im Netz neu. Inter­net­platt­for­men wie Face­book und You­tube sol­len bald für Inhal­te auf ihren Sei­ten haf­ten, wenn Nut­ze­rin­nen und Nut­zer uner­laubt Inhal­te hoch­la­den. Des­halb müs­sen sie Lizen­zen mit Rech­te­inha­bern, Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten, wie die GEMA, Pres­se- und Musik­ver­la­gen und Film­pro­duk­ti­ons­fir­men abschlie­ßen, um Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen zu verhindern.

Was ändert sich für Nutzer?

Nut­zer sol­len sich ver­stärkt damit beschäf­ti­gen, ob die frem­den Inhal­te, die sie für ihre eige­nen Postings nut­zen wol­len, urhe­ber­recht­lich geschützt sind. Vor dem Upload von Inhal­ten soll sich jeder Nut­zer eine Art Unbe­denk­lich­keits­be­schei­ni­gung ertei­len, indem sie über die genutz­ten Inhal­te vor­ab infor­mie­ren, bevor sie sie pro­blem­los hoch­la­den dürfen. 

Wel­che Inhal­te dür­fen hoch­ge­la­den werden?

Die eige­nen Inhal­te, denn dar­auf hat jeder Nut­zer grund­sätz­lich das Urhe­ber­recht. Außer­dem 15 Sekun­den für Vide­os, 125 Kilo­byte und 160 Zei­chen Text und Bild­aus­schnit­te. Zudem darf höchs­tens die Hälf­te eines Gesamt­werks genutzt wer­den und der Aus­schnitt muss mit wei­te­ren Inhal­ten kom­bi­niert wer­den. Kari­ka­tu­ren, Par­odien und Pasti­ches auf Grund­la­ge eines frem­den Wer­kes sind erlaubt, wenn die Nut­zung “durch den beson­de­ren Zweck gerecht­fer­tigt ist”. 

Wann liegt ein sog. “beson­de­rer Zweck” vor?

Das ist nach dem Gesetz­ent­wurf nicht klar. Aber selbst wenn ein sol­cher vor­lie­gen soll­te, haben Rech­te­inha­ber die sog. “Red But­ton” Regel. Sie kön­nen unver­züg­lich und noch vor einer Klä­rung, bestimm­te Uploads unver­züg­lich  blo­ckie­ren, wenn erheb­li­cher wirt­schaft­li­cher Scha­den droht. Dann müs­sen die hoch­ge­la­de­nen Inhal­te der Nut­zer schnell wie­der von der Platt­form ent­fernt werden.

Was ist jetzt mit den sog. Uploadfiltern?

Die­se Fil­ter kom­men bereits zum Ein­satz, aller­dings soll das nach dem Geset­zes­ent­wurf, in deut­lich klei­ne­rem Umfang gesche­hen. Nut­zer sol­len die Mög­lich­keit erhal­ten, ihre Inhal­te selbst “frei­schal­ten” zu dür­fen. Damit die Maschi­nen kei­ne Feh­ler machen und lega­le Inhal­te sper­ren, sol­len Mit­ar­bei­ter der Platt­for­men die Sache ent­schei­den. So sol­len Uploads grund­sätz­lich bis zur Klä­rung der Rechts­fra­gen legal sein und nicht umge­kehrt blo­ckiert wer­den, bis die Rechts­la­ge geklärt ist.