Du hast Kun­den, die nicht bezah­len? Schlim­mer noch, ein Kun­de bricht die Geschäfts­be­zie­hung zu Dir ganz ab, taucht ab oder (neu­deutsch) “ghos­ted” dich? Wenn eine bereits erbrach­te Dienst­leis­tung oder eine gelie­fer­te Ware nicht bezahlt wird, ver­spro­che­ne Zah­lungs­ter­mi­ne ver­strei­chen und ein Kun­de auf dei­ne Mah­nun­gen nicht reagiert, spä­tes­tens dann stellt sich für dich die Fra­ge, wie und ob dei­ne aus­ste­hen­den For­de­run­gen noch begli­chen wer­den. Fol­gen­de Fak­to­ren soll­test Du jetzt berücksichtigen.

Wie ist die Zahlungsmoral des Kunden?

Die Zah­lungs­mo­ral der Kun­den hat sich stark ver­schlech­tert. Du musst jeder Rech­nung müh­sam hin­ter­her lau­fen, häu­fig mah­nen und dem Kun­den mit dem Rechts­weg dro­hen? Vie­le Auf­trag­ge­ber ver­wei­gern Selbst­stän­di­gen aus unter­schied­lichs­ten Grün­den die pünkt­li­che Bezah­lung. Oft ohne recht­li­chen Grund. Sie neh­men das auf der Rech­nung ver­merk­te Zah­lungs­ziel weder ernst noch zur Kennt­nis. Ein gutes For­de­rungs­ma­nage­ment ist wich­tig für dein Unter­neh­men, aus­ste­hen­de For­de­run­gen müs­sen abge­mahnt und ggf. ein­ge­trie­ben wer­den, damit dein Busi­ness liqui­de bleibt und Dir nicht am Ende durch den Zah­lungs­ver­zug dei­ner Kun­den die Insol­venz droht. 

Wie gehst Du also am bes­ten vor, wenn Du von der um sich grei­fen­den Hin­hal­te­tak­tik des Kun­den genervt bist? Wel­che wirk­sa­me Maß­nah­men soll­test Du bei fort­ge­setz­tem Zah­lungs­aus­fall zur Beschleu­ni­gung der Bezah­lung veranlassen?

Mahnstufen 

Wenn die Zah­lun­gen aus­blei­ben, dann müs­sen Mah­nun­gen im recht­li­chen Sin­ne her. In der Pra­xis haben sich “Mahn­stu­fen” etabliert.

Zahlungserinnerung

Zunächst brauchst Du – auch als Selbst­stän­di­ger – eine gute Buch­hal­tung und ein Mahn­we­sen für dein Busi­ness. Will hei­ßen, Du musst die Zah­lungs­zie­le dei­ner Rech­nun­gen genau im Blick haben. Beim ers­ten Über­schrei­ten eines Zah­lungs­ziels von mehr als 10 Tagen, kann noch eine freund­li­che Erin­ne­rung an die offe­ne Rech­nung hilf­reich sein. Es ist in die­ser Stu­fe rat­sam, das Gespräch mit dem Kun­den zu suchen (wobei die Zah­lungs­er­in­ne­rung rein recht­lich auch bereits zur Mah­nung zählt, aber Ach­tung: Die Bit­te um Mit­tei­lung, wann mit der Zah­lung gerech­net wer­den kann, erfüllt die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht). Evtl. ist eine Rech­nung nicht ange­kom­men oder man kann mit dem Kun­den einen Zah­lungs­auf­schub ver­ein­ba­ren, da er für kur­ze Zeit Liqui­di­täts­pro­ble­me zu über­brü­cken hat. Die­se Gesprä­che sind sinn­voll, um eine bestehen­de Kun­den­bin­dung nicht vor­zei­tig zu beschä­di­gen und ggf. das Mahn­ver­fah­ren zu vermeiden. 

Mahnschreiben

Eine Mah­nung ist nicht nur die übli­che Ton­ver­schär­fung vom non­cha­lan­ten Hin­weis (“erlau­be ich mir, Sie höf­lich an die Beglei­chung mei­ner Rech­nung zu erin­nern”) bis hin zur unver­hüll­ten Dro­hung (“sehe ich mich gezwun­gen, den Rechts­weg ein­zu­schla­gen”), son­dern setzt auch inhalt­lich gesetz­lich ein for­mel­les, schrift­li­ches  Mahn­schrei­ben vor­aus. Nur die­ses setzt den Kun­den nach­weis­lich auch in Ver­zug mit der Zah­lung und löst dabei bestimm­te Ver­zugs­fol­gen, wie Ansprü­che auf Ver­zugs­zin­sen und/oder Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen aus. Als ver­zugs­be­grün­den­de Mah­nung gilt nach der Recht­spre­chung jede ein­deu­ti­ge und bestimm­te Auf­for­de­rung, mit der der Mah­nen­de unzwei­fel­haft Zah­lung für sei­ne erbrach­te Leis­tung vom Kun­den ver­langt. Dazu gehö­ren die fol­gen­den Voraussetzungen:

  • die Mah­nung erfolgt nach dem Datum der Fäl­lig­keit und der Zah­lungs­ver­zug wird ein­deu­tig benannt wird. 
  • Namen und der Anschrift des säu­mi­gen Kun­den sowie des Mahnenden 
  • der For­de­rungs­grund, d.h. der offe­ne Rech­nungs­be­trag und der feh­len­de Zah­lungs­ein­gang müs­sen ange­ge­ben werden. 
  • Ggf. soll­ten wei­te­re Details der ursprüng­li­chen Rech­nung, wie Rech­nungs­num­mer, Rech­nungs­da­tum, Kun­den­num­mer und das Fäl­lig­keits­da­tum ent­hal­ten sein. 
  • Ein kon­kre­tes Datum für das neue Zah­lungs­ziel als auch der Hin­weis auf den Ein­tritt des Zah­lungs­ver­zugs und den damit ein­her­ge­hen­den Ver­zugs­fol­gen soll­ten nicht fehlen.
Hilft ein Anwaltsinkasso?

Wenn dei­ne For­de­rung berech­tigt ist und dei­ne Mög­lich­kei­ten aus­ge­schöpft sind, weil dein Kun­de die Mah­nun­gen wei­ter igno­riert oder kei­ne zuver­läs­si­gen Ver­ein­ba­run­gen im Gespräch getrof­fen wer­den oder die­se nicht ein­ge­hal­ten wer­den, hilft dir das Anwalt­sin­kas­so, denn eine Zah­lungs­auf­for­de­rung eines Anwalts hat Wir­kung. In einer “3. Mahn­stu­fe” wird dann nach Nicht­ein­hal­tung der Frist aus dem 2. Mahn­schrei­ben eine Kos­ten­no­te bei­gefügt, die neben dem offe­nen Rech­nungs­be­trag die Mahn­ge­büh­ren und die Ver­zugs­zin­sen auf den offe­nen Rech­nungs­be­trag ent­hält. Hin­zu kommt noch die Erstat­tung der Rechts­an­walts­ge­büh­ren. Fer­ner wird in die­sem Schrei­ben die Andro­hung eines gericht­li­chen Mahn­ver­fah­rens aus­ge­spro­chen, für den Fall, dass die Zah­lungs­frist wie­der­um nicht ein­ge­hal­ten wer­den soll­te. Die anwalt­li­che außer­ge­richt­li­che Mah­nung wird in der Regel als Ein­schrei­ben ver­sen­det und es wird deut­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass zusätz­li­che Kos­ten ent­ste­hen wer­den, wenn auch die letz­te Frist ohne Zah­lung ver­strei­chen soll­te und ein gericht­li­ches Mahn­ver­fah­ren eröff­net wer­den muss. Die durch das Anwalt­sin­kas­so fäl­lig wer­den­den Rechts­an­walts­ge­büh­ren sowie fäl­li­ge Gerichts­ge­büh­ren wer­den grund­sätz­lich, nicht vom im Zah­lungs­ver­zug befind­li­che Kun­den, son­dern zunächst vom Mah­nen­den über­nom­men. Die geg­ne­ri­sche Par­tei, ein Ver­fah­rens­be­tei­lig­ter oder die Staats­kas­se muss im Fal­le der Kos­ten­er­stat­tung regel­mä­ßig die gesetz­li­che Ver­gü­tung erstat­ten. Die Ersatz­pflicht für Ver­zugs­schä­den erstreckt sich auch auf die Rechts­an­walts­kos­ten, wenn der zur Zah­lung Ver­pflich­te­te bereits vor der Hin­zu­zie­hung des Rechts­an­walts in Ver­zug war.

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