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Was Selbstständige über Instagram Reels wissen sollten!

Was Selbstständige über Instagram Reels wissen sollten!

Nathalie Salibian-Waltz (SW2Legal)

Nathalie Salibian-Waltz

Anwältin, Autorin & Bloggerin

15 Sekunden lange Kurzvideos sind momentan das Feature auf Instagram: Bei den sogenannten Reels können Kurzvideos mit Songs aus der Instagram-Musikbibliothek unterlegt und veröffentlicht werden. Der Clou dabei: NutzerInnen können die aktuellsten Songs oder sogar Audiodateien anderer User für ihr eigenes Reel verwenden und damit ihre Botschaft erst richtig unterstreichen. Doch unter Laien und Profis herrscht mitunter regelrecht Verwirrung.

Welche Regeln gelten für Selbstständige auf Instagram beim Umgang mit der Musik und Audio Funktion bei Reels? Dürfen Selbstständige auf Instagram einfach Musik aus dem Musikkatalog von Instagram verwenden und veröffentlichen? Kann die Verwendung von Originaltonaufnahmen anderer Nutzer auf Instagram problematisch sein? Heute gibt’s einige Antworten auf Fragen zu Instagram Reels aus meinem Postfach.

Als Unternehmen oder Selbstständige/r die Musik verwenden?

Vom Urheberrechtsgesetz her ist die Lage eindeutig: Musik auf sozialen Medien darf nur hochladen, wer auch alle Rechte an dem Werk hat. Aus rechtlicher Sicht gilt es bei der Erstellung von Reels besonders auf die Nutzungsbedingungen und alle einschlägigen Richtlinien der Marketing Plattform zu achten. Verstöße dagegen können zur Sperrung des gesamten Accounts führen.

Die Verwendung von Remixes, Sounds und Songs in Reels kann vor allem die Urheberrechte an den jeweiligen Musikstücken verletzen. Dabei kommt es darauf an, ob die genannten Werke nach § 2 Abs. 1 Urhebergesetz (UrhG) geschützt sind. Insbesondere Musik fallen in den Schutzbereich der von § 2 Abs. 1 UrhG geschützten Werke und sind in der Regel urheberrechtlich geschützt.

Werden trotzdem z.B. Songs oder Ausschnitte daraus verwendet, an denen der Nutzer nicht die Rechte hat, dem drohen teure Abmahnungen. Der Rechteinhaber – zum Beispiel die Plattenfirma – darf entscheiden, ob er nach den allgemeinen Gesetzen, insbesondere das Urheberrecht und das Wettbewerbsrecht dagegen vorgehen will.

Jetzt denkst du dir: “Das kann doch nicht wahr sein!? Ja und Nein!“

Musikstücke können von Selbstständigen zu Werbezwecken in der Regel (nur) dann für Reels genutzt werden, wenn für ihr Business an den entsprechenden Werken eine Lizenzierung besteht.

Die von Instagram in der Bibliothek bereitgestellte Musik ist von Meta in Absprache mit den Rechteinhabern sowohl für private als auch gewerbliche Nutzer bereitgestellt und lizenziert. Dementsprechend ist es erstmal grundsätzlich rechtlich auch zulässig, die dort zur Verfügung gestellten Music Remixes, Sounds und aktuellen Lieder zu verwenden. Andererseits hat Meta aber in seinen Musik-Richtlinien auch für Instagram festgelegt, dass das Hochladen geschützter Musik zu kommerziellen Zwecken nur gegen entsprechender Lizenz erlaubt ist.

Es ist grundsätzlich darüber hinaus möglich und erlaubt, auf Instagram Musik zu nutzen, die nicht von der Plattform selbst zur Verfügung gestellt wird. Dann aber muss der Ersteller des Reels auf anderem Weg an die dafür erforderliche Erlaubnis kommen. So ist es möglich, Musik von den Rechteinhabern und Verwertungsgesellschaften, etwa der GEMA, zu erwerben. Die Preise für ein solches Nutzungsrecht richtet sich nach rein marktwirtschaftlichen Grundsätzen, wie Angebot und Nachfrage. Entsprechend liegt es im Ermessen des Rechteinhabers, für welchen Preis er seine Musik zur Lizenzierung anbietet. Die Preisspanne für die Lizenzierung von Musik liegt hierbei zwischen 0 Euro für die Lizenzierung von Musikstücken unbekannter Künstler und einigen zehntausend Euro für die Lizenzierung populärer Musikstücke.

Wieso sehe ich dann immer wieder so viele Musik Reels von Selbstständigen auf Instagram?

Weil viele Selbstständige Remixes, Sounds und aktuelle Songs in Reels – häufig ohne eine entsprechende (Einzel-) Lizenz posten. Das hat folgenden Hintergrund:

Die Verwendung von (geringfügiger) Musik für für user generated Content nach §§ 9,10 Urheberrechts-Diensteanbieter-Gesetz (UrhDaG) gesetzlich erlaubt, wenn bei Verwendung eines Audio und Musik im Reels die Nutzungsdauer von 15 Sekunden nicht überschritten wird und kein kommerziellen Zweck verfolgt wird oder zumindest nur zur Erzielung unerheblicher Einnahmen dient.

Außerdem darf die Musik im Reel nur

  • weniger als die Hälfte eines Werkes von Dritten oder mehrere Werke Dritter enthalten und
  • diese Werkteile sind mit anderen Inhalten zu kombinieren und
  • die Werke Dritter werden nur geringfügig genutzt.

Wenn die Audioaufnahmen nicht nur reine Lieder enthalten, sondern auch Sounds, Zusammenschnitte oder Remixes, gilt in der Regel nichts anderes. Auch hier gilt nach § 9 UrhDaG bei geringfügiger Verwendung eine widerlegliche Vermutung dahingehend, dass die Nutzung rechtmäßig ist.

Wäre es also sicherer gar keine Reels zu nutzen?

Nun ja. Vor einer Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung oder Sperrung des Kontos schützt es zunächst schon, Reels mit Musik gar nicht erst zu nutzen. Andererseits stellt die Instagram-Musikbibliothek ja ausdrücklich die Verwendung der Musik via Musiksticker auch zu gewerblichen Zwecken bereit. Auch leben Profile auf Instagram ja von der Verwendung von innovativen und kreativen Produkten. Da leidet dann die Konversion deines Accounts. 

„Lizenzfreie“ Songs: Sinnvolle Alternative zum Insta Musiksticker?

Oft werden als rechtssichere Alternative “lizenzfreie Songs” empfohlen. Anbieter werben zum Beispiel mit sogenannter GEMA-freier Musik im Internet. Allerdings wäre ich hier vorsichtig. Denn letztendlich musst du sicherstellen, dass der Lizenzgeber, auch zuverlässig ist und die vollen Nutzungsrechte an den Musikwerken garantiert. Kannst du dir da bei all den Anbietern “lizenzfreier” Musik immer sicher sein?

Das klingt jetzt ganz schön frustrierend, aber keine Sorge.

Ich habe mich damit intensiv beschäftigt und natürlich bereits recherchiert und ein paar sehr gute, umsetzbare Möglichkeiten gefunden, wie du Reels rechtssicher auch mit Musik gestalten kannst.

Und nein, das ist nicht nur mit selbst komponierter Musik 🙂 

In meinem Onlinekurs LEGALLY REEL gibt es alle Antworten auf deine Fragen! Basierend auf meinem Wissen als Rechtsanwältin habe ich dir die wichtigsten Fakten herausgearbeitet und erkläre dir Schritt für Schritt, wie du Reels rechtssicher posten kannst – mit und ohne Musik! An praktischen Beispielen zeige ich dir, wie du als Personal Brand, Business oder Content Creator rechtssichere Reels erstellst, mit denen du ganz legal viral gehen kannst!

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